Obwohl man über Schwedens Energiepolitik wenig Details im Ausland erfährt oder nur Oberflächliches, ist das Thema hier nicht ohne Brisanz, wenn auch, auf echt Schwedisch, die Wogen nicht so hoch kochen, wie woanders.
Aber wie woanders stehen sich Energieriesen und Naturschutz gegenüber. Wobei, genau besehen, steht in diesem Fall der Naturschutz sich selbst gegenüber. Einerseits hat er die Energiequelle Wind favourisiert, zum anderen liegen die Standorte der Windanlagen eventuell in schützenswerten Gebieten, die dadurch verlorengehen - ein Dilemma.
Und genau daher wehte der Wind des Anrufs, den ich vor ein paar Tagen aus heiterem Himmel bekam. Ein Hilferuf von Anwohnern, die sich plötzlich einem beginnenden Kahlschlag gegenüber sahen.
Der Waldbesitzer markierte die Rodungsfläche, auf der vielleicht einmal solche Windanlagen gebaut werden sollen. Nun ist es Aufgabe des Naturschutzes zu prüfen, ob es sich um ein Gebiet von besonderem Naturwert handelt, sprich, ob seltene Tier,- und/oder Pflanzenarten gefunden werden. Dann ist die Chance da, dass dieses Waldstück erhalten bleibt, denn wo Harvester unterwegs waren, bleibt kein Stein auf dem anderen. Der Pflanzenteppich ist zerstört, die Tiere abgewandert. Auerhahn, Adler, Dachs und Elch haben an dieser Stelle ihren Lebensraum verloren.
Ich spüre plötzlich unsichtbare Kräfte am Werk, die um jeden Quadratmeter ringen: abholzen oder nicht. Im Hintergrund sogar Kräfte, die im „genialen“ Schachzug meinen den Naturschutz mit sich selbst zu schlagen. Da bleibt die Ehrlichkeit auf der Strecke.
Es bleibt eine Sache des Abwägens, wie weit man die Windkraft forcieren darf, die immer weiter unter Beschuss gerät. Neue Studien sind nötig, um die Auswirkungen auf Mensch,Tier- und Pflanzenwelt zu untersuchen. Derweil drängt die Zeit, die Energiegewinnung auf andere Beine zu stellen. Leider auch eine Möglichkeit vollendete Tatsachen zu schaffen.
Unsichtbare Kräfte, die um den Boden ringen, unsichtbare Kräfte, die Strom gewinnen. So viel Kraftvolles ist sogar den Naturgeistern zu viel, die dem ganzen einfach den Rücken zukehren.
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4 Kommentare:
Ja, ein schwieriges Thema. Hoffe, wir finden bald Lösungen, die für Mensch und Umwelt tragbar sind.
Nachdenkliche Grüße, Jo
Hej Jo,
ganz spontan bin ich für lokale Lösungen,würde in die Solarenergie alle Forschungsarbeit stecken und zu aller erst die Energiegewinnung verstaatlichen!
lg smultron
Tja, leider ist der Ertrag bei der Solarenergie weit geringer als bei der Windkraft und für Solarparks werden hier in D derzeit auch riesige Waldflächen abgeholzt. Es gab in Brandenburg vor kurzem zum Glück eine Entscheidung zugunsten der Natur, da eine riesige Waldfläche einem Solarpark weichen sollte.
Es ist halt auch eine Frage der gesetzl. Vorgaben, inwieweit diese dem Eigentümer der Flächen Entscheidungsspielraum lassen oder diese in ihren Entscheidungsspielraum eingeschränkt werden.
Wo wir häufig in Schweden Urlaub machen, sollen auch größere Flächen gerodet werden und 50 Wi.kraftanlagen Platz finden. Mein Mann arbeitet in der Windbranche und kann die Flächenauswahl so mitten im Wald überhaupt nicht nachvollziehen. In D wäre das vermutlich nicht genehmigt worden. Vielleicht lernen die schw. Behörden ja auch aus Anfangsfehlern. Da wird wohl die Initiative der Bevölkerung gefragt sein. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!
Grüße krümel
Hej krümel,
die Für und Wider der Energiegewinnung sind ein seitenfüllendes Thema. Eines ist mir jedoch klar: die Kernernergie darf es nicht bleiben und wir müssen lernen energiesparender zu leben. Ob und wieweit andere Gewinnungsformen Aussicht auf Zukunft haben liegt an vielen Faktoren, die sich in D und S teilweise unterscheiden. Letztenendes geht es um die Balance zwischen Wirtschaft und Natur.
lg
smultron
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