18. Januar 2012

Schöne Grüße!

Morgen geht’s los. Eine Reise nach „Down under“. Für 10 Wochen „die Welt auf dem Kopf“. Ich fahre nicht mit und ich wäre auch nicht gerne dabei, aber eine Verabschiedung unter Freunden ist Ehrensache und damit die persönliche Begleitung zum Bahnhof.

Da vergesse ich mal kurz, dass ich Bahnhöfe nicht ausstehen kann und auch Verabschiedungen nicht. Für mich hat das immer etwas von „Sterben“, obwohl sich hinsichtlich Wegfahren die Zeiten sehr geändert haben. Weltumspannende Netze sind heute fast überall verfügbar. Wenn man Heimatkontakt haben will, bekommt man ihn. Trotzdem, so ein bisschen Wehmut bleibt, wenn man zurück bleibt.

„Down under“ ist dort, wo ein besonderer Teil meiner eigenen Geschichte begann. Das ist über zwei Jahrzehnte her. Unvergessene vier Wochen einmal kreuz und quer durch Australien! Und am Ende die Erkenntnis, dass es nicht weiter weg geht. 


Der gegenüberliegende Punkt auf unserer kleinen Erde hat mir damals gezeigt, wie einseitig und trügerisch die Machbarkeit von Komperativen ist: Weiter?, höher?, mehr?,- macht nicht dauerhaft zufriedener. Wenn das Selbst verloren ist, helfen solche äußerlichen Anstiege nicht weiter.

Die Gelegenheit will ich trotzdem nicht ungenutzt verstreichen lassen. Meine Idee: Eine klitzekleine Flaschenpost,- mit der Bitte, sie dem Pazifik von der Ostküste der neuseeländischen Nordinsel aus, anzuvertrauen. Etwas von mir dort ... eine Reise ins Unbekannte, Ungewisse, eine Reise ins ...?

Der Inhalt der Flaschenpost ist ebenso winzig: Grüße für die Welt in möglichst vielen Sprachen, dann der Tag des Absendens und meine Adresse. Die Vorstellung, dass die Post über Jahre im Ozean unterwegs ist, die geringe Chance, dass sie gefunden wird, lässt mir die Gänsehaut über den Rücken laufen.

Meine Hand streicht das letzte Mal über das glatte Glas. Die Gedanken malen in die Hände der Fantasie. Das Abenteuer kann beginnen.



Mach's gut und schöne Grüße!

***

4 Kommentare:

krümel hat gesagt…

Welch eine schöne Idee! Wer weiß, vl.ergibt daraus ja mal etwas ganz Besonderes. Es wäre ja schön, wenn jemand mal die Flaschenpost findet und sich daran erfreuen kann.
Ich kann mich gut an deine Zeilen zum Wendepunkt in deinem Leben erinnern. Letztlich war es doch eine Erfahrung, die dich dahin gebracht hat, wo du heute bist und ich vermute, dass du damit ganz zufrieden bist. Oder irre ich mich da?
Herzliche Grüße
Krümel
(Ich fahre übrigens in 2 1/2 Wochen nach Lappland zu einem Wildnishof-Abstand von der Zivilisation, und sei es leider nur für kurze Zeit-gewinnen)

Smultron hat gesagt…

Hej Krümel!

Ich bin sehr gerne, wo ich bin. Stolpersteine gibt es überall. Man räumt sie aus dem Weg, man lernt mit ihnen u m z u g e h e n. Mit der Flaschenpost schließt sich für mich ein Lebenskreis.
Euch wünsche ich wunderbare Erlebnisse im Lappländischen. Sooooo schön!

lg, smultron

Jo`s Garten hat gesagt…

Da hast du einen spannenden Weg gefunden, den Kreis zu schließen. Wer weiß was mit der Flache in Gang kommt.
Herzliche Grüße,
Jo

Smultron hat gesagt…

Hej Jo,
bis ich das weiß, lasse ich der Fantasie freien Lauf, eine neue Geschichtenquelle :-)

lg, smultron