8. Januar 2012

Goldrush

Wer aus Richtung Süden auf dem Tjustleden wandert, kommt hinter Lunds by am „kärringryggen“ vorbei. Der Felsenhügel buckelt sich dort seit der Eiszeit. Die Menschen buckelten sich auch, als vor 500 Jahren auf dem Felsen mit dem Bergbau begonnen wurde. Abgebaut wurden erst Kupfer und Eisen, später sogar Kobalt.

 
Wer mit dem Auto kommt, kann die Abfahrt zum kärringryggen nicht übersehen! An dieser Stelle zeigt ein Sendemast mit seinem dünnen Finger in den Himmel. Ein kurzer Fußweg führt an der Sendeanlage vorbei. Der Riese zeigt seine schwindelerregende Höhe, die mit nichts in der Nähe vergleichbar ist. Hinter zwei Gebäuden liegt die Welt des kärringryggen. 


 

Erst sind nur ein paar Umzäunungen zu sehen. Beim Näherkommen zeigen sich schmale Risse im Felsboden, die an Gletscherspalten erinnern. Das Ausmaß dieser Wunden liegt in der Tiefe. Manche sind so schmal, dass das Tageslicht nur ein paar Meter hinuntersteigt. Das lässt die Risse noch unheimlicher und erschreckender aussehen. Mit einfachen und einfachsten Werkzeugen rückten die Bergleute der Jahrhunderte dem Gestein zu Leibe. 

 
Nun gibt es Interessen den Bergbau wieder in Gang zu setzen. Wo das Gold ruft, ist der Mensch nicht weit. Es sind nicht die einzelnen Schürfer, die sich, wie am Clondike über den Tjustleden diesem verheißenen Fleckchen nähern. Die Clondiker von heute sind mit modernsten Geräten ausgerüstet und in Firmen organisiert.

„Gold“, der Klang des Wortes lässt jeden hellhörig werden. Sein Glanz schlug und schlägt Menschen in seinen Bann, verheißt Reichtum und Macht oder einfach nur „Sorglosigkeit“. Der sprichwörtliche „Tanz um das goldene Kalb“ findet deshalb nach wie vor statt.

Goldfunde in Schweden sind nicht so selten. Etwa 200 Tonnen des kostbaren Metalls wurden bisher in Schweden gefördert. Von zwei Frauen im hohen Norden wird berichtet, die auf ihrer Wanderung zufällig eine Goldader fanden.

Auf dem Kärringryggen ergab dagegen eine Probebohrung den Gehalt von 22 Gramm pro Tonne Gestein. Wer sich mit dem Goldpreis auseinandersetzt weiß, dass die Feinunze gerade um die 1620 USD wert ist. Eine Feinunze sind 31,10 Gramm! Nun wird klar, warum sich der Abbau lohnt, wenn es sich nicht nur um einen Einzelfund handelt.


Freies Bild (Wiki)

2 Kommentare:

Jutta hat gesagt…

Liebe Beate,

es ist schon eigenartig, welche Anziehungkraft das Gold auf die Menschen ausübt.
Sehr interessant ist das, was Du in Deinem Post schreibst.

Liebe Grüße
Jutta

Smultron hat gesagt…

Hej Jutta,

tja, die Magie des Goldes hält sich hartnäckig und nun finde ich es zu platt zu sagen:"Bis wir merken, dass man Gold nicht essen kann". Gold steht für Gier, das gilt es, sich ins Bewusstsein zu rufen!

lg
Beate