Es ist ungefähr eineinhalb Jahrhunderte her, da lebte eine Frau alleine mitten im Wald. Besonders im Winter war das Leben hart, wenn der Schnee den Weg zum Dorf versinken ließ. Manchmal war es unmöglich zur nächsten Ansiedlung zu gelangen. Dann musste sie sich mutterseelenallein über die Zeit bringen.
Am Tage nahm sie ihre kleine Schaufel zur Hand und befreite Schritt für Schritt den Weg von der weißen Fracht. Die Schatten waren lang im Winter. Manchmal "griffen" sie nach ihr. Aber sie ließ sich nicht entmutigen.
Immer am Abend vor der Wintersonnwend, beschloss die Frau ihr Tagwerk früher als sonst. Es war ihr nämlich eine Freude zu wissen, dass die Sonne nun auf dem Rückweg war. Dann holte sie sich aus dem Keller einen guten Tropfen, den sie dafür aufgespart hatte, setzte sich in ihren Schaukelstuhl und träumte vom Sommer. Sie sah sich die Saat in die Erde setzen, das Gras mähen und spürte, wie ihr die Sonne den Rücken wärmte und wie alles gut war und gedieh.
Am Tage nahm sie ihre kleine Schaufel zur Hand und befreite Schritt für Schritt den Weg von der weißen Fracht. Die Schatten waren lang im Winter. Manchmal "griffen" sie nach ihr. Aber sie ließ sich nicht entmutigen.
Immer am Abend vor der Wintersonnwend, beschloss die Frau ihr Tagwerk früher als sonst. Es war ihr nämlich eine Freude zu wissen, dass die Sonne nun auf dem Rückweg war. Dann holte sie sich aus dem Keller einen guten Tropfen, den sie dafür aufgespart hatte, setzte sich in ihren Schaukelstuhl und träumte vom Sommer. Sie sah sich die Saat in die Erde setzen, das Gras mähen und spürte, wie ihr die Sonne den Rücken wärmte und wie alles gut war und gedieh.
So wollte sie es auch diesmal halten. Sie ging in die gute Stube, um sich Feuer im Ofen zu machen. Da musste sie feststellen, dass ihr kein einziges Streichholz übrig geblieben war. Zu dieser Zeit hatte der Wind alle Pfade im Wald tief verweht. Deshalb war es eine schlimme Entdeckung, denn eisige Nächte konnten den Menschen alle Kräfte rauben.
Betrübt aß sie das letzte bisschen Suppe, das ihr vom Tag übrig geblieben war und ging zu Bett. Aber sie fand keinen Schlaf. Unruhig wälzte sie sich von einer Seite auf die andere, bis sie bemerkte, dass Licht vom Fenster her in die Kammer fiel.
Es kann unmöglich schon Morgen sein“, dachte sie und stand auf, um nachzusehen, was die Waldlichtung, die um diese Zeit gewöhnlich ganz dunkel war, auf einmal so hell erleuchtete. Sie sah, dass der Himmel in vielen Farben glühte. Ein Vorhang, der bald rot, dann grün und weiß loderte, füllte den Himmelsbogen über der Lichtung. Das Glühen wurde schließlich so gewaltig, dass sie keine zehn Pferde mehr im Haus gehalten hätten. Draußen wechselte der Schnee und alles darum herum mit dem Himmel die Farbe.
Wie sie so dastand und das stille, überwältigende Schauspiel betrachtete, löste sich eine Feuergarbe aus dem flammenden Vorhang. Erschrocken blickte die Frau in den Himmel und musste für Sekunden die Augen schließen. Ein Knistern, Brausen und Pfeifen erfüllte die Luft...................... dann war Stille.
Die Frau wagte kaum die Augen zu öffnen. Als sie sich umsah, war alle Farbe wieder der Starre der nächtlichen Winterlandschaft gewichen. Gerade hatte sie sich entschlossen ins Haus zurück zu kehren, entdeckte sie ein schwarzes Etwas auf der verschneiten Wiese. Sie ging näher und erkannte erleichtert, dass es der Reisighaufen war, der frei von Schnee vor ihr lag. Zwischen den schwarzen Zweigen stiegen feine Rauchfahnen empor. Es durchfuhr sie wie ein Blitz! Mit Riesenschritten lief sie ins Haus, sammelte feine Holzspäne, um die kleinen gelben Flammen am Boden zu nähren. Schon spürte sie den Hauch behaglicher Wärme. „Nur nicht nachlassen“, beschwor sie sich.
Schließlich war das Feuer kräftig genug, dass sie wagen konnte die Fackel daran zu entflammten. Behutsam trug sie das Feuer ins Haus, entzündete das Holz im Ofen und die Kerzen im Haus. Dann rückte sie sich ihren Schaukelstuhl zurecht und genoss Licht und Wärme. Immer wieder legte sie ein Scheit trockenes Holz nach, bis sie sich einen kurzen Schlaf gönnen konnte. Als sie erwachte, ging sie nach draußen.
Der Reisighaufen war niedergebrannt und qualmte noch. In Gedanken versunken betrachtete sie das verbrannte Reisig. Die ersten Sonnenstrahlen trafen gerade den Boden, als sie in der Asche etwas Funkelndes sah. Und als die Frau im Wald sich danach bückte, hielt sie einen Stern in der Hand.
***

2 Kommentare:
Vielen Dank für diese wunderschöne Geschichte!
Schönes Weihnachtsfest!
Lieben Gruss Elke
Hej Elke,
Ein frohes Fest für Dich und Deine Familie.
Danke auch, ich freu mich wenn Dir die Geschichte gefällt.
lg
smultron
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